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Aufbau eines regionalen Bachforellenstammes

Ausgangslage

seit Ende der 80er Jahre des vorgehenden Jahrhunderts nehmen die Forellenbestände in der gesamten Thur ständig ab. Aktuell werden bei uns im Revier noch 5% - 10% der Fänge getätigt wie vor 30 Jahren. Die Besatzmenge hat in diesem Zeitraum aber leicht zugenommen. Ein Besatz ist leider nötig, da sich die Bachforelle in der Thur und Sitter nicht mehr natürlich vermehrt. Oder anders ausgedrückt: “Ohne Besatz durch die Fischereivereine wäre die Bachforelle in den Hauptflüssen des Kantons bereits ausgestorben”.
Ab Mitte der 90er Jahre des vorherigen Jahrhunderts wurde die Situation immer schlimmer, so das der Kanton Thurgau 2005 die Fischereivereine an Thur und Sitter aus der Besatzpflicht entlassen hat, da ein Nutzen nicht mehr nachgewiesen werden konnte.
In diesem Besatz könnte aber eine der Ursachen für den Rückgang der Bestände liegen. Seit über 100 Jahren werden Bachforellen aus Zuchtanstalten in Schweizer Gewässer “entlassen” um die Bestände zu Erhöhen und die Fangzahlen zu steigern. Leider wurden mit diesen Forellen Erbgut eingebracht, das nicht aus den lokalen Gewässern stammte, sondern aus ganz anderen europäischen Regionen (Dänemark und Deutschland). Diese Fische sind den heute herrschenden Bedingungen genetisch nicht gewachsen und können sich auch nicht mehr vermehren.

Was tun wir gegen diese Situation?

Im Herbst 2009 wurden an verschiedenen Gewässern in der Region laichreife Bachforellen gefangen. Diese Fische wurden mit Hilfe unseres Fischereiaufsehers Markus Grünenfelder abgestreift und die befruchteten Eier künstlich in den kantonalen Fisch - Brutanstalten Romanshorn und Ermatingen erbrütet. Aus dieser ersten Abfischeaktion wurden ca. 2’000 Forellenbrütlinge gewonnen. Mit diesen Fischen wollen wir in Hauptwil eine eigenen Stamm von genetisch an unsere lokalen Gewässerbedingungen angepasste Fische aufbauen. Durch die Wiederholung der Abfischaktionen jeweils im Frühwinter, wollen wir diesen Genstamm immer wieder mit Fischen aus der Natur “erhärten”.
Ab dem dritten Lebensjahr werden unsere Forellen geschlechtsreif und werden dann von uns wieder abgestreift. Die daraus resultierenden Brütlinge werden in die Gewässer unserer Region entlassen. Somit müssen wir keine Fische mehr besetzen, die genetisch nicht zu den hiesigen Gewässerbedingungen passen.

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Letzte Anpassung : Donnerstag, 25. März 2010
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